Roger Lewentz, Minister des Innern in Rheinland-Pfalz

R.LewentzBereits seit Mitte der neunziger Jahre nehmen rheinland-pfälzische Polizeibeamtinnen und -beamte an internationalen Polizeimissionen in Gebieten teil, in denen auch Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr eingesetzt sind. Es sind Regionen, in denen soziale, ethnische oder religiöse Konflikte und mit Waffengewalt geführte Auseinandersetzungen großes Leid über die Bevölkerung gebracht haben.

Der Tod von Angehörigen, Vertreibung, Flucht, die plötzliche Teilung der Heimat entlang ethnischer Linien, all das entwurzelt dauerhaft die Überlebenden, zerstört das soziale Gefüge und gibt Raum für Angst, Hass und Kriminalität. Sofern lokale Polizeien überhaupt noch existieren, sind sie regelmäßig weitgehend funktionsuntüchtig oder gar selbst Teil des Problems: Paramilitärische Verbände, ungeeignet für zivile Polizeiarbeit; mono-ethnische Einheiten, die weiterhin Angehörige anderer ethnischer Gruppen verfolgen sowie korrupte Bedienstete, eher von eigenen Interessen geleitet statt von Gemeinwohl und bürgerlichen Rechten.

Internationale Missionen beweisen die Verantwortung der europäischen oder weltweiten Staatengemeinschaft für sichere Lebensbedingungen in allen Ländern. Mit dem Einverständnis des betreffenden Staates und zusammen mit den lokalen Behörden sowie den ehemals gegeneinander kämpfenden Parteien und der gesamten Bevölkerung will die internationale Gemeinschaft Hilfe in akuter Not und beim langfristigen Wiederaufbau leisten. Mitten in den Brennpunkten der Konflikte leisten deshalb die Angehörigen der Auslandsmissionen ihren Dienst für die Menschen und unterstützen bei der Wiederherstellung von Infrastruktur, beim Wiederaufbau der Verwaltung und eines rechtsstaatlich funktionierenden staatliche Gewaltmonopols, um Übergriffe zu verhindern und die Rechte aller Gruppen in der Bevölkerung zu schützen. Die internationale Hilfe soll die lokalen Sicherheitsinstitutionen zudem mittel- bis langfristig in die Lage versetzen, aus eigener Kraft für die Sicherheit und ein friedliches Zusammenleben zu sorgen.

Das ist der berufliche Auftrag. Doch daneben gibt es auch die persönliche Betroffenheit und den persönlichen Wunsch, den unschuldig in diese Konflikte geratenen Menschen zu helfen. Und es sind immer wieder Kinder, die in Kriegs- und Krisengebieten das größte Leid zu tragen haben. Sie sind wehrlos gegen Elend, Verluste und Gewalt um sie herum. Das Leid und die Armut der Kinder zu lindern, ihnen ihr Lachen wiederzugeben, hat sich der Verein “Lachen Helfen e.V.” zur Aufgabe gemacht. Es ist ein Verein, in dem sowohl Soldatinnen und Soldaten als auch Polizistinnen und Polizisten sich ehrenamtlich und über ihren beruflichen Dienst hinaus für die Bevölkerung in den Krisengebieten einsetzen.

Die Arbeit des Vereins “Lachen Helfen” ist ein vorbildliches Engagement, das zu Herzen geht. Für mich ist es eine Herzensangelegenheit, diesen Verein künftig mit zu unterstützen. Gerne habe ich daher das Angebot des 1. Vorsitzenden des Vereins, Roderich Thien, angenommen, die Schirmherrschaft für Rheinland-Pfalz zu übernehmen.

Ich danke den Mitgliedern des Vereins für ihr lobenswertes Wirken zum Wohle der Kinder und wünsche allen Beteiligten für die Zukunft weiterhin viel Kraft und Freude bei der von ihnen übernommenen Aufgabe.

Roger Lewentz