Ein Oberst an der Orgel

Fast 90 Mitwirkende, davon viele in Heeresuniform, 400 begeisterte Zuhörer aller Altersgruppen und ein stolzes Sammelergebnis von 2000 Euro für Lache Helfen e.V. – ein außergewöhnliches Konzert mit einer Zusammenstellung von Werken, die sonst eher selten zusammen zu hören sind, erlebten die Besucher der Kirche Sankt Clemens in Krefeld-Fischeln.

In einer Gemeinschaftsveranstaltung der Landesgruppe NRW des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr, der Pfarrgemeinde Maria Frieden sowie von Lachen Helfen e.V. musizierten die vereinigten Chöre der Gemeinde zusammen mit dem Reservistenmusikzug Idar-Oberstein und Oberst d.R. Gerald Joswowitz an der neuen Orgel des Gotteshauses.

Vielseitig talentiert: Oberst Gerald Joswowitz, Mitglied der Reservistenverbands-Kreisgruppe Niederrhein, an der Orgel der Kirche Sankt Clemens in Krefeld-Fischeln.

Zuvor hatten Oberstleutnant d.R. Dr. Torsten Porsch, der Stellvertreter des Landesvorsitzenden, die Arbeit des VdRBw und Oberstleutnant d.R. Hans-Hermann Tirre als Stellvertretender Vorsitzender von „Lachen Helfen“ die Initiative deutscher Soldaten und Polizisten für Kinder in Kriegs- und Krisengebieten vorgestellt.

Den Auftakt bildete das dreisätzige Konzert „Sonata da Chiesa“ für Orgel und symphonisches Blasorchester von Kees Schoonenbeek, eine facettenreiche Komposition, die zwischen „Kathedralklang“ und fast kammermusikartigen Passagen wechselt. Beeindruckend war das präzise Zusammenspiel von Blasorchester und Orgel, sowohl in lyrischen wie in virtuos anmutenden Passagen, das durch einen klangmächtigen Schluss eindrucksvoll beendet und durch entsprechend langen Applaus gewürdigt wurde.

Der Reservistenmusikzug beim gemeinsamen Auftritt mit den Kirchenchören St. Clemens, „Cäcilia“ Königshof und „Cantilena ad Libitum“.

Als verbindendes Element mit Bezug zum Ende des Kirchenjahres diente ein Zyklus von Orgelimprovisationen zum Adventschoral „Macht hoch die Tür“. Gerald Joswowitz präsentierte dieses bekannte Kirchenlied abwechslungsreich in fünf Sätzen, jeweils in unterschiedlichen Kompositionsstilen ad hoc dargeboten. Die 2006 entstandene Missa Katharina von Jacob de Haan für symphonisches Blasorchester und großen Chor bildete den eindrucksvollen Abschluss des rund zweistündigen Konzerts. Neben gefälligen und harmonisch interessanten Passagen zeichnete sich diese Komposition vor allen Dingen durch das beeindruckende Wechselspiel zwischen Chor und Bläsern aus.

Sie standen im Mittelpunkt der Veranstaltung (v.l.): Hans-Hermann Tirre (Lachen Helfen), Oberst d.R. Gerald Joswowitz, Ulrike Mertens (Sopran) und Klaus-Peter Jamin (musikalische Gesamtleitung).

Bewundernswert war die musikalische Leistung aller Beteiligten auch deshalb, weil ihnen zuvor nur eine Generalprobe für dieses komplexe Konzert möglich gewesen war. Insbesondere sind neben Oberst d.R. Joswowitz und der Sopranistin Ulrike Mertens die Ensemble-Leiter Klaus-Peter Jamin und Hauptgefreiter d.R. Michael Groß zu nennen. Ohne Zugaben entließ das Publikum die Künstler deshalb nicht. Die Nationalhymne, vom Reservistenmusikzug würdig vorgetragen, beendete dann einen denkwürdigen Abend.

Der Leiter des Reservistenmusikzuges Idar-Oberstein, Hauptgefreiter d.R. Michael Groß (links), und der Stellvertretende Vorsitzende von Lachen Helfen e.V., Oberstleutnant d.R. Hans-Hermann Tirre, nach dem Konzert.

2019-01-27T19:45:16+00:00